Es ist wichtig, dass Unternehmer zu Beginn ihrer Karriere auch einmal Pleite gehen. Wenn ich das sage, werde ich oft mit großen Augen angesehen. Der Satz klingt ja auch gut. Provokant. Dabei will ich damit nicht provozieren. Im Gegenteil: Ich spreche aus eigener Erfahrung.
Als ich vor fast 30 Jahren als Unternehmer begann und eine eigene Firma gründete, bin ich grandios gescheitert. Ich war damals als promovierter Betriebswirtschaftler in einem Marktforschungsunternehmen angestellt. Parallel dazu hatte ich ein Importgeschäft für indonesische Gartenmöbel aufgezogen. Das Geschäft lief nicht besonders gut und irgendwann musste ich mir eingestehen: Es geht nicht mehr weiter, das Unternehmen ist am Ende.
Keine Frau, kein Job, kein Geld
Wie es oft ist, kam zum Pech auch noch Unglück dazu. Das Angestelltenverhältnis beim Marktforschungsunternehmen endete ebenfalls und man zahlte mir die vereinbarte Abfindung nicht., Iich hatte kein Einkommen, privat eine Trennung zu verkraften, ich musste mein Auto verkaufen und hatte jede Menge Schulden. Kurz gefasst: keine Frau, keinen Job und kein Geld.
Dieser Tiefpunkt hat mich nachhaltig geprägt. Irgendwie musste es ja weitergehen, deshalb beschloss ich, mutig nach vorn zu schauen. Ich verkaufte das sprichwörtliche Tafelsilber, also alles, was ich entbehren konnte, suchte mir einen Job und bezahlte nach und nach meine Schulden. Ich sanierte mich.
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Grenzen zwischen real und virtuell verwischen
Meine Lehre daraus: Cash is King. Es genügt nicht, Gewinne zu erwirtschaften. Ein gesundes Unternehmen muss auch liquide sein. Als Betriebswirtschaftler weiß ich: Das ist grundsolides betriebswirtschaftliches Handwerkszeug. Aber wie leicht wird das vergessen! Erst recht, wenn es nicht das eigene Geld ist, sondern das des Arbeitgebers.
Dieses wirklich hart erworbene Wissen konnte ich bald darauf bei mvc anwenden. Als ich dort vor über 20 Jahren als Chief Financial Officer begann, war das Unternehmen in finanzieller Schieflage. Wie sehr, war mir anfangs gar nicht klar. Es war die New Economy und die Zeichen standen auf Aufbruch und Risikobereitschaft. Eine böse Überraschung erlebten wir beim ersten gemeinsamen Meeting mit der Bank. Man teilte uns mit, dass der Geldhahn mit sofortiger Wirkung zugedreht wird, wenn nicht unverzüglich etwas geschieht. Aber wir behielten die Nerven. Ich kannte das ja aus eigener Erfahrung und ich wusste: Wir können das lösen. So machten mein Team und ich mit mvc, was ich auch mit meinem eigenen kleinen Importgeschäft gemacht hatte: Wir machten die betriebswirtschaftlichen Hausaufgaben, verkauften überflüssige Lagerbestände, trieben offene Rechnungen ein und verringerten die Kosten. Wir sorgten für Cash.
Cash is King
Meine Lehre daraus: Cash is King. Es genügt nicht, Gewinne zu erwirtschaften. Ein gesundes Unternehmen muss auch liquide sein. Als Betriebswirtschaftler weiß ich: Das ist grundsolides betriebswirtschaftliches Handwerkszeug. Aber wie leicht wird das vergessen! Erst recht, wenn es nicht das eigene Geld ist, sondern das des Arbeitgebers.
Dieses wirklich hart erworbene Wissen konnte ich bald darauf bei mvc anwenden. Als ich dort vor über 20 Jahren als Chief Financial Officer begann, war das Unternehmen in finanzieller Schieflage. Wie sehr, war mir anfangs gar nicht klar. Es war die New Economy und die Zeichen standen auf Aufbruch und Risikobereitschaft. Eine böse Überraschung erlebten wir beim ersten gemeinsamen Meeting mit der Bank. Man teilte uns mit, dass der Geldhahn mit sofortiger Wirkung zugedreht wird, wenn nicht unverzüglich etwas geschieht. Aber wir behielten die Nerven. Ich kannte das ja aus eigener Erfahrung und ich wusste: Wir können das lösen. So machten mein Team und ich mit mvc, was ich auch mit meinem eigenen kleinen Importgeschäft gemacht hatte: Wir machten die betriebswirtschaftlichen Hausaufgaben, verkauften überflüssige Lagerbestände, trieben offene Rechnungen ein und verringerten die Kosten. Wir sorgten für Cash.
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Ohne Pleite kein Erfolg
Rückblickend bin ich überzeugt: Ohne meine persönliche Pleite und den Blick in den Abgrund, wäre es mir nicht gelungen, so ruhig zu bleiben und so zielgerichtet zu agieren. Mein früher Misserfolg am Anfang meiner Laufbahn hat mich erst zu dem Unternehmer werden lassen, der ich heute bin. Insofern: Gestehen wir uns doch alle auch mal ein Scheitern zu. Aus nichts sonst lernen wir so nachhaltig.
Diskutieren Sie mit: Hat Sie eine Pleite auch schon mal persönlich vorangebracht?
