Liegt die Zukunft der digitalen Kommunikation weiterhin in Videokonferenz, Online-Meeting oder Hybrid-Veranstaltung? Oder erwarten uns ganz andere Szenarien? Fest steht: Was heute technisch alles möglich ist, wäre noch vor vier oder fünf Jahren kaum denkbar gewesen.

Die schnelle Entwicklung der digitalen Kommunikation liegt nur zum Teil an der Technik selbst. Zwar hat sie einen enormen Entwicklungsschub vollzogen. Stärkster Treiber der Entwicklung aber sind die Menschen, die mittlerweile mehr Bereitschaft zeigen, die vorhandenen technischen Möglichkeiten zu nutzen.
Für mich als leidenschaftlichen Videokonferenzmenschen ist das eine tolle Entwicklung. Oft frage ich mich deshalb: Wie sieht unsere Zukunft aus? Vor allem: Wie sieht die Zukunft der digitalen Kommunikation aus?
Hologramme – Zukunft oder Science Fiction?
Wäre es nicht faszinierend, wenn die Zukunft der digitalen Kommunikation in der Hologrammtechnik läge? Als ITler und Star-Trek-Fan gerate ich da ins Schwärmen. Sich durch den Raum zu beamen wie im Raumschiff Enterprise – das wär’s doch

Zurück auf dem Boden der Tatsachen muss ich eingestehen: Beamen werden wir uns noch lange nicht, auch wenn das meine geheimen Kinderfantasien beflügelt. Und dass sich die Hologrammtechnik durchsetzt, halte ich für wenig wahrscheinlich.
Reine Zukunftsmusik ist sie allerdings nicht. Es gibt sie bereits. Aber sie wird derzeit nicht so gehypt wie noch vor einiger Zeit. Würde sich die Hologrammtechnik durchsetzen, lägen die Vorteile auf der Hand:
- Die Gesprächspartner sitzen als Hologramme gemeinsam in einem Raum.
- Niemand muss mehr auf einen kleinen Bildschirm starren.
- Menschen werden dreidimensional dargestellt und nicht mehr nur zweidimensional.
- Die Kommunikation und der Kontakt werden so direkter und unmittelbarer.
Grenzen zwischen real und virtuell verwischen
Wie die Zukunft der digitalen Kommunikation konkret aussehen wird, ist aber schwer vorhersehbar. Fakt ist: Die physische Realität und die Datenrealität werden immer enger miteinander verzahnt.
Welche Tools genau das sein werden und welche sich durchsetzen, ist ungewiss. Ich glaube aber, dass die physische Realität und die Datenrealität immer enger miteinander verzahnt werden, und zwar auf eine ganz neue Art. Noch ist der virtuelle Raum ja recht abgetrennt vom sogenannten real life, dem als echt empfundenen Leben. Diese Trennung wird sicher aber immer mehr auflösen und verwischen.
Ein gutes Beispiel für das Verschwimmen dieser Grenzen sind die Arbeiten des Künstlers Refik Anadol, der reale Bauwerke durch Digital-Art in eine neue, erweiterte Realität transformiert. Solche Ansätze könnten auch die Kommunikation revolutionieren. Das fasziniert mich sehr. Ich glaube, dass so ein Verschmelzen von virtuellen und realen Räumen auch in der Kommunikation möglich ist und Chancen bietet.
Die Zukunft der digitalen Kommunikation ist einfach und preiswert
Die Frage am Ende ist aber immer: Welche Produkte nehmen die Nutzer an. Denn sie entscheiden letztlich, was sie gut und praktisch finden und was sich deshalb am Markt durchsetzen wird. Und da erkenne ich einen eindeutigen Trend: Was einfach zu bedienen und dabei preiswert ist, das setzt sich am Ende durch.
Die Fachleute sind bei der Entwicklung von Produkten oft viel zu detailverliebt und haben völlig übersteigerte Ansprüche an die technische Umsetzung. Deshalb bewerten sie manche Erfindung noch als mangelhaft, wenn die Menschen damit längst zufrieden sind. Um das an einem Beispiel mal zu veranschaulichen: Unter Videokonferenzexperten galt es lange als Muss, das Bild perfekt auszuleuchten. Das Bild sollte Studioqualität haben. Das ist in der Praxis nahezu unmöglich umzusetzen. Wer hat schon ein Studio im Büro? Jetzt zeigt sich: Studioqualität ist völlig unnötig. Durch Corona haben sich Videotelefonie und Online-Meetings im Job auch ohne perfekte Bildqualität längst durchgesetzt. Die Nutzer akzeptieren zum Beispiel einen leichten Schattenwurf im Gesicht, weil es im echten, nicht virtuellen Leben ja auch so ist.
Angesichts der Vorzüge der digitalen Kommunikation insgesamt werden manche Qualitätsstandards wie die Bildausleuchtung dann einfach nebensächlich.
Fazit: Die Zukunft bleibt spannend
Die digitale Kommunikation wird sich weiterentwickeln – vielleicht mit Hologrammen, sicher aber mit einer immer engeren Verknüpfung von realer und virtueller Welt. Entscheidend bleiben Einfachheit und Nutzerfreundlichkeit. Es bleibt spannend zu beobachten, welche Innovationen unser Kommunikationsverhalten in den nächsten Jahren prägen werden.
